Montage

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1. Allgemeines

Novapanel WPC Wandpaneele sind dekorative Wandverkleidungen für den Innenbereich.

Sie dienen ausschließlich der optischen Gestaltung und übernehmen keine tragende oder statische Funktion.

Diese Montageanleitung beschreibt die Standardmontage einer vollständigen Platte ohne Zuschnitt.

Sie stellt die maßgebliche schriftliche Gebrauchsanleitung dar.

2. Benötigte Werkzeuge und Materialien

Werkzeuge

• Kartuschenpresse
• Maßband und Bleistift
• Wasserwaage oder Laser (optional)
• Gerade Andrückhilfe (z. B. Richtscheit oder gerade Latte)
• Leiter oder Tritt (je nach Wandhöhe)
• Geeignete Schutzausrüstung (z. B. Handschuhe)

Material

• 1‑komponentiger Hybrid-/MS‑Polymer‑Montagekleber mit hoher Anfangshaftung (High Tack), geeignet für Paneele
• Ggf. passende Start‑ oder Abschlussprofile (falls vorgesehen)

3. Verarbeitungsvoraussetzungen

• Verarbeitung nur auf trockenen, sauberen und tragfähigen Untergründen

• Paneele vor der Montage im Verwendungsraum akklimatisieren (mindestens 24 Stunden)

• Aufgrund von Größe und Gewicht der Paneele wird empfohlen, mindestens zu zweit zu arbeiten

• Hinweise des Klebstoffherstellers (Etikett/Technisches Datenblatt/Sicherheitsdatenblatt) beachten und für ausreichende Lüftung sorgen.

Standardmontage – Unbearbeitetes Paneel

Schritt 1

Untergrund vorbereiten

Der Untergrund muss:

• sauber, staub‑ und fettfrei
• trocken
• möglichst eben und plan

sein.


Größere Unebenheiten sind vor der Montage auszugleichen, damit die Paneele flächig anliegen und sauber aneinanderstoßen können.

Eine Grundierung (Primer) ist nur erforderlich, wenn der verwendete
Klebstoff oder der Untergrund dies laut Herstellerangaben verlangt (z. B. stark saugende oder problematische Untergründe).

Typische geeignete Untergründe sind u. a.:

• Beton, Mauerwerk, Stein
• Gipskarton
• Holzwerkstoffe (z. B. Spanplatte, OSB)

Schritt 2

Wand ausrichten und Montage planen

• Den Montagebeginn mit Wasserwaage oder Laser exakt ausrichten

• Verlauf der Paneele vorab prüfen

• Bei Paneelen mit fortlaufendem Muster (z. B. HD‑Serie) die Reihenfolge der Platten vor der Montage kontrollieren

• Falls Profile verwendet werden, sind diese ggf. vor der ersten Platte zu montieren

Schritt 3

Kleber auftragen

• Kleber auf die Rückseite der Platte gleichmäßig auftragen

• Auftrag in Punkten oder Raupen gemäß den Vorgaben des Klebstoffherstellers

• Ecken und Randbereiche mit Kleber versehen, damit die Platte vollflächig anliegt  Der Klebstoffverbrauch richtet sich nach Untergrund und Auftragstechnik. Maßgeblich sind die Angaben des jeweiligen Klebstoffherstellers.  


Erfahrungsgemäß liegt der Verbrauch häufig bei etwa einer Kartusche pro Platte - abhängig von Untergrund und Ebenheit.

Schritt 4

Paneel ansetzen und ausrichten

• Paneel an der Markierung ausrichten und an der Wand ansetzen

• Paneel bündig zur Bezugskante positionieren

• Senkrechte Ausrichtung überprüfen und ggf. korrigieren

Schritt 5

Paneel andrücken und fixieren

• Paneel gleichmäßig und fest gegen die Wand drücken, bis die Anfangshaftung greift

• Mit einer geeigneten Andrückhilfe den Anpressdruck gleichmäßig über die gesamte Fläche verteilen

• Sicherstellen, dass das Paneel vollflächig anliegt

Schritt 6

Weitere Paneele montieren

• Weitere Paneele Schritt für Schritt ansetzen

• Paneele passgenau fügen und fortlaufend ausrichten

• Stoßfugen regelmäßig kontrollieren

• Auf ein gleichmäßiges Fugenbild achten


Hinweis:

Materialbedingte Längenänderungen sind zu berücksichtigen. Zu angrenzenden Bauteilen ist ausreichend Abstand einzuplanen, um Spannungen und Verformungen zu vermeiden.



Schritt 7

Aushärtung

Der verwendete Montagekleber erreicht seine Endfestigkeit in der Regel nach ca. 24 Stunden (abhängig vom Produkt und den
Umgebungsbedingungen).

Während dieser Zeit:

• Paneele nicht zusätzlich belasten
• keine Anbauteile oder Lasten anbringen
• Paneele nicht nachjustieren

Nach vollständiger Aushärtung kann die
Schutzfolie auf der Vorderseite entfernt werden.

Zusatzanleitung – Außenecken (V-Nut Technik)


Novapanel WPC Wandpaneele
ermöglichen bei fachgerechter Bearbeitung eine fugenarme Ausführung von Außenecken durch rückseitige V‑Fräsung.

Diese Zusatzanleitung beschreibt ausschließlich die von der Standardmontage abweichenden Arbeitsschritte.

Benötigte zusätzliche Werkzeuge:
• Oberfräse oder Kantenfräse mit V‑Nut‑Fräser
• Heißluftpistole

Schritt 1

Position der Außenecke übertragen

Die Außenecke ist baulich vorgegeben und dient als fester Bezugspunkt.

Der Abstand der Außenecke zur späteren
Paneelkante wird direkt an der Wand gemessen.

Dieses Maß wird auf die Rückseite des Paneels übertragen und über die gesamte Höhe als gerade Linie angezeichnet.

👉Wichtig:
Die Fräsung ist so auszurichten, dass die Mittelachse der V‑Nut exakt auf dieser Markierung liegt.



Schritt 2

V‑Nut fräsen

Entlang der angezeichneten Linie wird auf der Rückseite des Paneels eine V‑Nut gefräst.

Die Frästiefe ist so einzustellen, dass ca. 1 mm Material der Dekorschicht stehen bleibt.

Bei Paneelen mit einer Stärke von 5 mm dürfen daher maximal 4 mm Material abgetragen werden.

👉 Wichtig:
Die korrekte Einstellung der Fräse ist vorab zwingend an einem Reststück zu testen.
Wird zu tief gefräst, kann die Dekorschicht beschädigt werden oder brechen.

Für Schäden durch unsachgemäße Bearbeitung wird keine Haftung übernommen.

Schritt 3

Kleber auftragen

Nach dem Fräsen wird der Montagekleber wie bei der Standardmontage auf der Rückseite des Paneels aufgetragen.

Der Auftrag erfolgt in Punkten oder Raupen.

Der Ablauf unterscheidet sich nicht von der
Standardmontage.

Schritt 4

Erwärmen der Fräsung

Die Rückseite des Paneels wird entlang der gefrästen Nut gleichmäßig mit einer Heißluftpistole erwärmt.

Das Material wird dadurch flexibel und lässt sich kontrolliert biegen.

👉 Wichtig:
Dieser Schritt ist zwingend erforderlich und darf nicht ausgelassen werden.

Schritt 5

Paneel montieren

Das erwärmte Paneel wird dann zügig an der Wand angesetzt und vorsichtig über die Außenecke gebogen.

Anschließend wird das Paneel ausgerichtet und gleichmäßig angedrückt.

Während der Aushärtungszeit darf das Paneel nicht
belastet oder nachjustiert werden
.

Zusatzanleitung – Innenecken (Rückseitige Fräsung)


Novapanel WPC Wandpaneele
ermöglichen bei fachgerechter Bearbeitung eine fugenlose Ausführung von Innenecken durch rückseitige Fräsung.

Diese Zusatzanleitung beschreibt ausschließlich die von der Standardmontage abweichenden Arbeitsschritte.

Benötigte zusätzliche Werkzeuge:
• Oberfräse oder Kantenfräse mit Nutfräser
• Heißluftpistole

Schritt 1

Position der Innenecke übertragen

Die Innenecke ist baulich vorgegeben und dient als fester Bezugspunkt.

Der Abstand der Innenecke zur späteren Paneelkante wird direkt an der Wand gemessen.

Dieses Maß wird auf die Rückseite des Paneels übertragen und über die gesamte Höhe als gerade Linie angezeichnet.

Die Bearbeitung erfolgt exakt entlang dieser
Markierung.

Schritt 2

Nut fräsen

Entlang der markierten Linie wird auf der Rückseite des Paneels Material entfernt.

👉 Wichtig:

Die Frästiefe ist so einzustellen, dass ca. 1  mm Material der Dekorschicht stehen bleibt.

Bei Paneelen mit einer Stärke von 5 mm dürfen daher maximal 4 mm Material abgetragen werden.

Es entsteht hierbei keine klassische V‑Nut, sondern eine lineare Materialschwächung.

Die Bearbeitung ist zwingend an einem Reststück zu testen.
Wird zu viel Material entfernt, kann die Nutzschicht beschädigt werden oder reißen.

Für Schäden durch unsachgemäße Bearbeitung wird keine Haftung übernommen.

Schritt 3

Kleber auftragen

Der Montagekleber wird wie bei der Standardmontage auf der Rückseite des Paneels aufgetragen.

Der Auftrag erfolgt in Punkten oder Raupen gemäß der Anleitung des Klebstoffherstellers.

Der Ablauf entspricht der Standardmontage.

Schritt 4

Erwärmen der Biegestelle

Die Rückseite des Paneels wird entlang der gefrästen Nut gleichmäßig mit einer Heißluftpistole erwärmt.

Das Material wird dadurch flexibel und lässt sich kontrolliert nach innen biegen.

👉 Wichtig:
Dieser Schritt ist zwingend erforderlich und darf nicht ausgelassen werden.

Schritt 5

Paneel montieren

Das erwärmte Paneel wird zügig an der Wand angesetzt und in die Innenecke gebogen.

Dabei bleibt die Vorderseite sichtbar und
geschlossen.

Das Paneel wird ausgerichtet und gleichmäßig angedrückt.

Die Aushärtung erfolgt wie bei der
Standardmontage.

Während der Aushärtungszeit darf das Paneel nicht belastet oder nachjustiert werden.

Zusatzanleitung – Rundungen (Mehrfachschlitz)


Novapanel WPC Wandpaneele ermöglichen bei fachgerechter Bearbeitung auch die Ausführung von Rundungen, z. B. an Säulen oder abgerundeten Wandverläufen.

Hierzu wird die Rückseite des Paneels durch mehrere parallele Einschnitte gezielt geschwächt, sodass sich das Paneel über die gesamte Breite flexibel biegen lässt.

Diese Zusatzanleitung beschreibt ausschließlich die von der Standardmontage abweichenden Arbeitsschritte.

Benötigte zusätzliche Werkzeuge

• Tauchsäge oder geeignetes Sägewerkzeug mit einstellbarer Schnitttiefe

• Führungsschiene (empfohlen)

• Heißluftpistole

Schritt 1

Position und Verlauf der Rundung bestimmen

Der Verlauf der Rundung (z. B. Säule oder gebogene Wandfläche) wird an der Montagefläche ermittelt.

Die erforderliche Biegerichtung und der Radius werden festgelegt.

Die Lage der Bearbeitung wird auf die Rückseite des Paneels übertragen.

👉 Wichtig:
Die Einschnitte verlaufen parallel zueinander über die gesamte Paneelhöhe.

Schritt 2

Mehrfachfugen herstellen

Auf der Rückseite des Paneels werden entlang der späteren Biegezone mehrere parallele Einschnitte (Fugen) hergestellt.

👉 Wichtig:
• Die Schnitttiefe ist so einzustellen, dass 1  mm Material der Dekorschicht stehen bleibt

Der Abstand der Schnitte beträgt in der Regel ca. 3–5 mm.


👉 Faustregel:
Je enger der Radius, desto geringer muss der Abstand zwischen den Schnitten sein.

Durch die Vielzahl der Einschnitte entsteht eine flexible Biegezone über die gesamte Breite des Paneels.

Die Einstellung der Schnitttiefe ist zwingend an einem Reststück zu testen.
Wird zu tief geschnitten, kann die Dekorschicht beschädigt werden oder reißen.

Für Schäden durch unsachgemäße Bearbeitung wird keine Haftung übernommen.

Schritt 3

Erwärmender Biegezone

Die geschlitzte Zone auf der Rückseite des Paneels wird entlang der gesamten Paneelhöhe gleichmäßig mit einer Heißluftpistole erwärmt.

Das Material wird dadurch flexibel und lässt sich gleichmäßig über die gesamte Breite biegen.

👉 Wichtig:
Dieser Schritt ist zwingend erforderlich und darf nicht ausgelassen werden.

Schritt 4

Kleber auftragen

Der Montagekleber wird wie bei der Standardmontage auf der Rückseite des Paneels aufgetragen.

Der Auftrag erfolgt in Punkten oder Raupen gemäß der Anleitung des Klebstoffherstellers.


Der Ablauf entspricht der Standardmontage.

Schritt 5

Paneel montieren

Das erwärmte Paneel wird an der Wand angesetzt und der Rundung folgend gleichmäßig gebogen.

Durch die Mehrfachfugen passt sich das Paneel flexibel an den Radius an.

Anschließend wird das Paneel ausgerichtet und vollflächig angedrückt.